Liebe
Jul 3, 2021

Eltern werden – Paar bleiben. 10 Tipps für die Schwangerschaft und danach.

Inhalt

Die letzte Zeit zu zweit ist eine ganz besondere, die ihr bewusst für euch nutzen dürft um euch auf euch zwei zu konzentrieren. Nutzt die Zeit, euch einfach treiben zu lassen und zu tun was euch gut tut – ob beim Spazieren gehen, beim Reden, Kochen, bei einem Babymoon oder auch im Bett. Mit unseren Tipps geben wir euch Inspirationen für diese Zeit und danach, um eure Beziehung für diese aufregende Lebensveränderung zu stärken.

1. Als Paar viel miteinander sprechen

Viel miteinander zu sprechen ist nicht das erste, was einem in den Sinn kommt, wenn man Eltern wird. Man möchte diesem kleinen Menschen am liebsten soviel Aufmerksamkeit wie möglich schenken und das ist auch vollkommen in Ordnung. Doch oft passiert es dann, dass man die Aufmerksamkeit für den/ die Partner:in und die gemeinsame Kommunikation hinten anstellt.

Deshalb ist der wichtigste Tipp, den ich für werdende Eltern habe: Sprecht viel miteinander – schon bevor das Kind da ist. Ihr werdet eine gute Gesprächskultur brauchen, da unter Stress die Kommunikation schnell abreißen kann.

2. Richtig mit dem:r Partner:in sprechen

Nicht nur das “wie oft”, sondern auch das “wie” ist bei der Kommunikation entscheidend. Nicht umsonst heißt es der Ton macht die Musik. Allzu oft vergessen wir das, vor allem wenn wir bereits in einer hitzigen Diskussion sind. Daher solltet ihr eine gute Gesprächsführung täglich üben in “ruhigen Zeiten” und vor allem vor der Geburt.

Versucht aus der Ich-Perspektive zu sprechen statt vorwurfsvollklingende Du-Sätze. So beschreibt ihr eher eure Gefühle statt etwas was der/die Partner:in vermeintlich falsch gemacht hat. Zum Beispiel anstatt: “Immer schimpfst du! Du kannst überhaupt nichts anerkennen!” eine Ich-Botschaft: “Ich habe das Gefühl, ich bin dir nur eine Last.” Lasst dabei Verletzlichkeit zu und reagiert mit Nähe auf die Verletzlichkeit des anderen. Bemüht euch eher zu zu hören anstatt sofort zu reagieren.

3. Eine Gesprächsatmosphäre kreieren, in der alle Gefühle erlaubt sind

Eines der wichtigsten Elemente für eine erfolgreiche Kommunikation ist es, klar und offen sagen zu können, was wir fühlen. Dies traut sich der/ die Partner:in aber nur wenn er/ sie das Gefühl hat, dass das “erlaubt” und möglich ist, ohne gleich angegriffen zu werden. Wir sind als Menschen natürlicherweise so gepolt, dass wir während der andere spricht bereits über unsere Meinung und Reaktion nachdenken ohne erstmal offen, neutral zu zu hören. Dies gibt der anderen Person nicht nur ein Gefühl nicht akzeptiert und gehört zu werden, sondern hindert uns auch daran den/ die Partner:in wirklich zu verstehen.

Versucht hier eine liebevolle, akzeptierende Gesprächsatmosphäre zuschaffen. Das bedeutet, nicht direkt mit Lösungsversuchen oder Abwehr zureagieren, sondern erst einmal wirklich zuzuhören, Raum zu geben und versuchenden anderen zu verstehen - aus seinem/ ihrem Bezugsrahmen und seiner/ ihrer inneren Welt heraus, die vielleicht ganz anders aussieht als die eigene. Es ist eine Straße in beide Richtungen und nur, wenn man die Gefühle und Reaktionenauf beiden Seiten erkennt, kann man sie verstehen und ruhig und produktiv darauf reagieren.

4. Ängste in der Schwangerschaft erkennen und mutig teilen

Es ist ganz normal, dass eine Schwangerschaft auch viele Unsicherheiten und Ängste auslösen kann, z.B. vor den enormen Lebensveränderungen durch dasKind, vor den körperlichen Veränderungen, vor der Geburt, davor die eigene Autonomie zu verlieren usw. Manchmal kommen auch eigene Themen aus der Ursprungsfamilie auf, beispielsweise, wenn die eigenen Eltern Dinge vorgelebt haben die man nicht übernehmen möchte.

Was ich in meiner Praxis oft sehe ist, dass werdende Eltern ihre Ängste oft zurückhalten und sich davor schämen, beispielsweise weil sie sich ja „freuen sollten“. Der gesellschaftliche Druck wird teilweise sehr stark empfunden. Das ist schade, denn es hält einen von dieser wichtigen Möglichkeit ab miteinander an den Ängsten zu wachsen und kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass die Kommunikation abreißt und der Kontakt zwischen den Partnern verloren geht.

Damit das nicht passiert ist es also wichtig Situationen zu erkennen, die einen in Angst versetzen und das dann auch zu verbalisieren. Es ist sogar sehr wahrscheinlich, dass der/ die Partner:in ganz ähnliche Ängste wie man selbst hat und nur durch das Teilen eurer Sorgen könnt ihr eure Schnittpunkte herausarbeiten und der Lösung zusammen einen Schritt näher kommen. Nutzt die Ängste daher, um euch über eure Gefühle auszutauschen und euch gegenseitig zu unterstützen. Gemeinsam seid ihr stärker!

5. Die Beziehung nach der Geburt planen

Wenn das Kind einmal da ist, wird euer ganzes Leben und eure Beziehung auf den Kopf gestellt. Viele Fragen die ihr euch vorher nicht gestellt habt, weil sie einfach selbstverständlich oder nicht relevant waren, können nun zu Konflikten führen. Nicht umsonst zeigen viele Studien, dass die Beziehungszufriedenheit nach der Geburt mit der Zeit abnimmt. Am häufigsten lassen sich Paare 3-4 Jahre nach der Geburt des ersten Kindes scheiden, wie eine Studie der Landesbausparkasse zeigt. Ja, es ein Kind ist eine gewaltige Lebensveränderung, aber es ist auch ein neues, aufregendes und schönes Abenteuer für euch zwei.

Umso wichtiger ist es, dass ihr gut vorbereitet in die Veränderung geht und über die Themen, die dann relevant werden offen sprecht, bevor ihr euch im Konflikt befindet. So unromantisch es klingt: Plant eure Beziehung nach der Geburt. Nehmt euch die Zeit und sprecht bewusst über diese Konfliktthemen - auch wenn ihr euch lieber nur mit den schönen, positiven Seiten des Familienlebens beschäftigen möchtet. Ein wenig Pragmatismus vor der Geburt wirdeuch viel Ärger nach der Geburt ersparen.

Mögliche wichtige Themen für eure Gespräche können sein:

  • Wie wollen wir als Paar das schützen was uns wichtig ist? Z.B. Rituale die wir beibehalten wollen.
  • Welche Werte wollen wir unserem Kind mitgeben? Was ist uns in der Erziehung wichtig?
  • Auf welche Weise können wir wieder aufeinander zugehen, wenn wir den Kontakt verloren haben?
  • Wie soll die Arbeitsteilung nach der Geburt aussehen? Wie können wir ein Gefühl von Gleichverteilung herstellen?

6. Füreinander und miteinander da sein

Es ist oft nicht einfach, der anderen Person die tiefsten Gefühle zuoffenbaren. Es ist vielleicht nicht immer klar, ob sie einem Verständnis oder Widerspruch entgegenbringen wird. Besonders während und nach der Schwangerschaft passiert so viel Neues, dass man manchmal einfach überwältigt ist von unterschiedlichsten Gefühlen. Dabei kann es passieren, dass man den/ die Partner:in dabei vergisst - vor allem kurz nach der Geburt.

Umso wichtiger ist es, in Resonanz zu treten und deine:n Partner:in zuspüren. Entwickle ein Gefühl dafür, wie es deine:m Partner:in geht und frag lieber ein mal zu viel nach: “Schatz, wie geht es Dir gerade? Was kann ich Dir Gutes tun?” Gerade als werdende Eltern, die bald ein gutes Team sein müssen und miteinander Grenzerfahrungen erleben werden, können solche Momente des Füreinander-Da-Seins eine sehr wertvolle Erfahrung sein. Sie können euch helfen mehr Verständnis für einander aufzubauen und ein Power Team zu werden..

7. Sich nicht in der Schwangerschaft verrückt machen lassen

Paare kommen in Zeiten solch starker Veränderungen oft an einen Punkt, an dem es sich gut anfühlt Hilfe und Tipps von außen zu suchen. Das ist richtigund auch wichtig. Anlaufpunkte können hier beispielsweise die Hebamme, eine Beratungsstelle oder eine Psychotherapeutin sein. Es gibt auch tolle Podcasts(z.B. Die friedvolle Geburt, Beste Vaterfreuden) und manchmal hilft auch einGeburtsvorbereitungskurs um Ängste abzubauen.

Aber dennoch: bei aller Hilfe und guten Ratschlägen, lasst euch dabei nicht verrückt machen! Jeder wird aufgrund seiner/ ihrer unterschiedlichen Erfahrung eine Meinung haben und ihr werdet viele Tips und gut gemeinte Ideen bekommen. Letztendlich wisst ihr am besten was euch als Paar und eurem Kind am besten tut. Hört auf eure Intuition und stresst euch nicht mit unrealistischen Ansprüchen alles perfekt zu machen zu wollen.

8. Schmetterlinge erhalten

Die Auswirkungen einer Schwangerschaft auf das Sex-Leben können sehr verschieden sein: Einerseits ist die Beckenregion der Frau stärker durchblutet,was zu einer stärkeren Empfindungsfähigkeit und zu mehr Lust führen kann, andererseits gibt es natürlich in den verschiedenen Phasen der Schwangerschaft auch immer wieder Beschwerden, die dann eher dazu führen, dass die Libido abschwächt.

Gerade im ersten Schwangerschaftsdrittel leiden viele Frauen unter Übelkeit, Stimmungsschwankungen und Energielosigkeit und die Lust auf Sex ist dabei eher niedrig.

Im zweiten Drittel der Schwangerschaft stabilisiert sich der Hormonhaushalt wieder mehr, die schlimmste morgendliche Übelkeit ist meist überwunden und die Frau hat wieder mehr Energie – das wirkt sich natürlich dann auch positiv auf die Libido aus.

Irgendwann - ungefähr ab Woche 28 - wird es allein wegen des Bauches schwieriger, da muss man ein bisschen mit den Stellungen gucken was möglichist, wenn man noch Sex haben möchte.

Mein Tipp an euch wäre bewusst daran zu arbeiten euch als Liebespaar nicht zu verlieren und die Schmetterlinge zu erhalten. Probiert gegebenenfalls neue Dinge aus, beispielsweise zarter Sex in der Löffelchenstellung. Das geht bei den meisten Paaren noch ganz gut. Und diese Zärtlichkeit kann auf eine ganz neue Art und Weise sehr schön sein.

9. Über sexuelle Vorstellungen und Vorlieben sprechen

Wichtig ist, dass ihr in dieser spannenden Zeit über eure Vorstellungen und Vorlieben bezüglich des Sexlebens sprecht, da es schnell zu Missverständnissen kommen kann. Beispielsweise sind Männer oft gehemmt Sex mit ihrer schwangeren Partnerin zu haben, weil sie Angst haben sie könnten dadurch dem Kind irgendwie schaden. Dabei ist das Kind in der Gebärmutter wunderbar geschützt und abgefedert.

Frauen sind manchmal gehemmt, weil sie sich in ihrem veränderten Körper mit den zusätzlichen Pfunden nicht mehr schön und irgendwie unförmig fühlen. Andere wiederum tragen ihren Bauch mit Stolz und fühlen sich besonders schön und sexy in dieser Phase.

Als Frau kannst Du kommunizieren wie es Dir mit deinem veränderten Körper geht und welchen Umgang Du Dir diesbezüglich von Deiner:m Partner:in wünschst.

Als Mann kannst Du Deiner Partnerin Mut machen und ihr sagen wie schön Du sie findest.

10. Experimentieren, was sich gut anfühlt

Insgesamt möchte ich in jeder Phase der Schwangerschaft dazu ermutigen zu experimentieren, was sich gut anfühlt. Seid offen dafür, dass ihr vielleicht auch Neues erleben könnt und euer sexuelles Repertoire miteinander erweitern könnt.

Wenn ihr Bedenken habt, redet gerne auch nochmal mit eurem:r Gynäkologe:in über das Thema – es gibt manche Fälle in denen man tatsächlich aufpassen sollte – beispielsweise bei vorzeitigen Wehen.

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